Ordnung Herstellen

Kurzbeschreibung

Wenn man ordnet, strukturiert man eine undifferenzierte Menge, wodurch zusätzliche Information entsteht.

Funktionsweise und Leistung

Ordnung erleichtert den Umgang mit einer unstrukturierten Menge von Elementen, indem zusammengehörige Klassen (Gruppen) und Teilmengen erstellt werden und die unübersichtliche Menge durch Unterscheidungen und Beziehungen strukturiert und grössere Zusammenhänge übersichtlicher gegliedert wird. Dadurch wird die Menge berechenbarer und man kann besser mit ihr arbeiten.

Vorgehen

Ordnen ist tendenziell ein bottom-up-Prozess, der von einer ungeordneten Menge ausgeht und zunehmend höherstufige Strukturen hinzufügt. Dabei werden sowohl Unterscheidungen vorgenommen als auch Beziehungen hergestellt. Bei der Wahl der Unterscheidungen können jedoch vorhandene Theorien ins Spiel kommen (top-down).

Hat man es mit ein einer undifferenzierten Menge von Elementen zu tun, kann man mit einfachen Ordnungstechniken beginnen, indem man z.B. Unterscheidungen einführt oder Listen mit ähnlichen Elementen erstellt. Man sortiert. Diese Techniken lassen sich wiederholen, wodurch komplexere Ordnungen entstehen können. Im Verlauf dieses Prozesses ist es auch möglich, dass man komplexere Zusammenhänge zwischen Elementen erkennt (> Gestalt finden).

Man kann jedoch auch top-down-Verfahren anwenden, indem man bestehende Muster oder Gliederungen auf die Menge der Elemente anwendet und die Elemente in diese Formen hinein legt (z.B. indem man das Verhalten einer Person anhand eines Persönlichkeitsmodells einordnet).

Konkretes Beispiel

  • Data Mining ist im Zeitalter von Big Data von zunehmender Relevanz.
  • Im Krieg ist man u.U. gezwungen die Verletzten mit unterschiedlicher Priorität zu behandeln, was eine vorgängige Sortierung erforderlich macht.

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Beim Top-Down-Verfahren läuft man Gefahr, den einzelnen Elementen Zwang anzutun, beim Bottom-Up-Verfahren stellt sich die Frage nach der Beliebigkeit der getroffenen Unterscheidungen.

Verknüpft mit

  • Unterscheiden
  • Gestalt finden
  • Top-Down vs Bottom-Up Bewegen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Zusammenfassen

Kurzbeschreibung

Eine Zusammenfassung gibt den sachlichen Gehalt eines längeren Textes oder Prozesses in verdichteter und gekürzter Form wieder.

Funktionsweise und Leistung

Wenn man einen längeren Text oder Prozess zusammen fasst, ist man gezwungen Relevantes auszuwählen, Unterschiedliches zu verallgemeinern, die wesentlichen Zusammenhänge festzuhalten, etwas mit eigenen Worten zu paraphrasieren und Ausführliches zu verdichten.

Zusammenfassungen können daher dazu dienen, jemandem einen Überblick in die Materie zu verschaffen. Eine unterschätzte Leistung von Zusammenfassungen besteht jedoch darin, dass sie einen dazu zwingen, sich ein vertieftes Verständnis eines Zusammenhangs anzueignen, da sie eine Interpretation darstellen. Ausserdem erfordern Zusammenfassungen eine Ordnungsleistung.

Vorgehen

Am Beispiel eines längeren Textes:

In einem ersten Schritt empfiehlt es sich, das Relevante auszuwählen, indem man wichtige Stellen mit farblichen Markierungen kodiert.

Anschliessend kann man eine inhaltliche Gliederung in grössere inhaltliche Einheiten vornehmen. In der Regel kann man sich dabei an die bestehenden Gliederungen eines Textes (Kapitel, Absätze etc.) halten. Möglicherweise ergeben sich jedoch leichte Verschiebungen oder Weglassungen.

Je nach Umfang der Gliederungseinheiten bietet es sich dann an, für jede Einheit einen aussagekräftigen Titel zu setzen.

Dann fasst man den Inhalt der einzelnen Gliederungseinheiten nacheinander zusammen. In der Regel wählt man dafür eigene Worte, Stellenweise können jedoch Zitate durchaus angebracht sein. Ob man die Zwischentitel beibehält oder in den Fliesstext integriert, ist Ermessenssache. Ausserdem sollte man die logischen Beziehungen zwischen den einzelnen Einheiten nicht unterschlagen.

Zu guter Letzt liest man den Text als Ganzes durch und überprüft ihn auf inhaltliche Brüche und Lücken, sowie auf angemessene Wiedergabe des Originaltextes. Wo nötig, bessert man nach.

Konkretes Beispiel

  • Zusammenfassungen
  • Sitzungsprotokolle

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Verknüpft mit

  • relevantes Auswählen
  • Paraphrasieren
  • hermeneutisches Verstehen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Gestalt finden

Kurzbeschreibung

Eine Gestalt ist ein sinnhafter ganzheitlicher Zusammenhang, der mehr ist als die Summe seiner Einzelteile (siehe Emergenz).

Funktionsweise und Leistung

Eine „Gestalt“ ist ein ganzheitlicher Zusammenhang, der sich vor einem unstrukturierten Hintergrund aus einer Vielzahl von Elementen (z.B. einem akustischen Rauschen) als geordnete und sinnhalfte Einheit (z.B. als Melodie) abzeichnet (vgl. Grafik unten). Indem eine Gestalt den Zusammenhang der zuvor unverbundenen einzelnen Elemente erschliesst, bildet sie auch eine Ordnung. Wie beim Erfinden schillert die gefundene Gestalt zwischen subjektiver Projektion und objektivem Gegebensein. Der Sinngehalt einer Gestalt ist höher als die Summe der aus ihr zusammengesetzten Einzelteile. Es handelt sich dabei um ein Emergenzphänomen, da die Gestalt nicht auf ihre Einzelteile zurückgeführt werden kann. Das Finden einer Gestalt kommt dem Verstehen eines Sachverhalts gleich, die es setzt einen Mehrwert an Erkenntnis frei.

Vorgehen

Das Finden einer Gestalt ist ein schöpferischer Akt und kann daher nur schlecht operationalisiert werden. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass beispielsweise das Einnehmen von Distanz oder das Verändern der Perspektive dabei behilflich sein kann, eine Gestalt wahrzunehmen. Wichtig scheint dabei zu sein, dass man das Ganze in den (Über-) Blick zu bekommen versucht. Daher kann auch das grafische Visualisieren weiter helfen.

Wie bei allen kreativen Techniken empfiehlt es sich mehrere Versuche anzustellen, seien dies nun Interpretationshypothesen oder Designentwürfe.

Konkretes Beispiel

  • eine Melodie
  • die Konturen einer geometrischen Figur

Gestaltpsychologie: Hund

Prominente TheoretikerInnen

  • Aristoteles
  • von Ehrenfels

Probleme

Schwierig zu operationalisieren, da in ihrer Kreativität relativ unberechenbar.

Verknüpft mit

  • Verstehen (hermeneutisches)
  • Holismus
  • Ordnung herstellen
  • Metapher bilden
  • Hypothesen aufstellen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Grafisch Visualisieren

Kurzbeschreibung

Die Visualisierung eines komplexen Sachverhalts macht diesen als Gesamtzusammenhang übersichtlich und auf einen Blick erfassbar.

Funktionsweise und Leistung

Indem man einen komplexen Sachverhalt grafisch darstellt, kann man die Zusammenhänge zwischen einzelnen Aspekten in eine geordnete Struktur bringen und die Übersicht des Ganzen (die „Gestalt“) sichtbar und auf einen Blick erfassbar machen. Häufig dient eine Visualisierung dem Zweck Beziehungen und Verhältnisse zwischen Elementen und Teilmengen aufzuzeigen. Visualisierungen werden daher dazu eingesetzt einen schriftlich ausgeführten theoretischen Zusammenhang kompakt und verdichtet zu illustrieren.

Vorgehen

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich zuvor, elementare Kreativitäts- und Ordnungstechniken anzuwenden, damit man schon relevantes Material zusammengetragen und ein wenig gegliedert hat.

Dann stellt sich die Frage, welche Beziehungen man zwischen den zusammen getragenen Einzelaspekten bzw. Elementen veranschaulichen will. Hier kommen sehr unterschiedliche Verhältnisse in Frage:

  • Hierarchien
  • Ursache-Wirkungsverhältnisse
  • Grössenverhältnisse (Quantitäten)
  • logische Beziehungen (wenn/dann etc.)
  • Über-/Unterbegriffe (Klasse/Element)
  • chronologische Beziehungen
  • Machtverhältnisse
  • etc.

Dann kodiert man die Beziehungen wie auch die Elementtypen mit eindeutigen grafischen Markierungen. Dadurch lassen sich auch komplexe und semantisch dichte Darstellungen erreichen.

Hat man die grafische Kodierung festgelegt, versucht man die Elemente und die zwischen ihnen bestehenden Beziehungen (in der Regel auf einem Blatt Papier) darzustellen. Das kann mehrere Versuche erfordern (da jeder Abbildungsversuch eine Hypothese darstellt, die sich als unzulänglich erweisen kann).

Hat man die Elemente und die Beziehungen dargestellt, können sich grössere übergeordnete Strukturen abzeichnen (z.B. Beziehungsbündel, Elementhäufungen, Teilmengen), die sich allenfalls auch grafisch kodieren und einzeichnen lassen.

In einem letzten Schritt kann man auch dazu übergehen, die Visualisierung mit einer Metapher zu unterstützen, z.B. in dem man den Gesamtzusammenhang als Haus oder als Kuchen darstellt.

Konkretes Beispiel

  • Mind Map
  • Organigramm
  • Diagramme

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Beachte: Eine grafische Visualisierung ist keine Metapher, sondern eine Übertragung sachlicher Zusammenhänge aus einem Medium (z.B. der Sprache oder der Mathematik) in ein anderes (das Grafische).

Verknüpft mit

  • Holismus
  • Gestalt finden
  • Ordnung herstellen
  • Mind Map

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Relevantes Auswählen

Kurzbeschreibung

Das Auswählen von Relevantem ist eine elementare Technik zur Ressourcenoptimierung.

Funktionsweise und Leistung

Indem man Belangloses vom Relevanten und Wichtigen unterscheidet und ausscheidet, kann man die Aufmerksamkeit fokussieren und gezielt einsetzen.

Vorgehen

Zunächst muss ein Ziel festgelegt werden. Dies kann z. B. in der Beantwortung einer Frage bestehen.

Sobald das Ziel bestimmt ist, kann das vorhandene „Material“, d.h. Ideen, Hypothesen, Texte und andere Materialien mit dem Ziel verglichen werden. Dieser Vergleich beinhaltet ein unterscheidendes Urteil, bei dem die Leitunterscheidung lautet „relevant – irrelevant“. Jedes Material-Element muss einer der beiden Seiten zugeordnet werden, wobei die Zuordnung auch gradueller Natur sein kann.

Sobald alles Material beurteilt und zugeordnet wurde, kann das als irrelevant eingestufte Material für das weitere Vorgehen weggelassen werden (z.B. indem es in einem dafür vorgesehenen Ordner abgelegt wird).

Konkretes Beispiel

  • In einem Entscheidungsprozess sind unterschiedliche Gesichtspunkte und Argumente zu gewichten. Es sind nicht alle gleich relevant für die Entscheidung.
  • Sie haben noch viel zu tun, aber nur noch so wenig Zeit, dass Sie nicht mehr alles schaffen werden.
  • Sie lesen ein Buch im Rahmen einer Forschungsarbeit. Sie werden feststellen, dass Sie nur wenige ausgewählte Kapitel wirklich lesen müssen, um Ihre Arbeit voranzubringen.

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Wie bei den meisten Unterscheidungen besteht die Problematik einer nicht adäquaten Zuordnung.

Verknüpft mit

  • Unterscheiden
  • Beurteilen
  • Zusammenfassen
  • Vergleichen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Unterscheiden und Sortieren

Kurzbeschreibung

Unterscheiden ist eine der elementarsten Ordnungstechniken. Sie operiert mit dem Unterschied von Gleichem und Ungleichem. Anhand einer Unterscheidung kann man mehrere Objekte in zwei Gruppen sortieren.

Funktionsweise und Leistung

Unterscheiden hilft Dinge auseinander zu halten, die durchaus Ähnlichkeiten aufweisen können und die man unter Umständen auch verwechseln oder gleichsetzen könnte. Indem man jedoch eine Unterscheidung trifft, gewinnt man ein kognitives Mittel an die Hand, mit dem man produktiv arbeiten kann (vgl. Englisch: „to make a difference“). Unterscheiden führt zu einem präziseren Verständnis eines Sachverhalts und kann Missverständnisse vermeiden helfen.

Das Sortieren kommt v.a. zur Anwendung, wenn man eine Vielzahl von Gegenständen oder Begriffen zu ordnen hat. Indem man eine Leitunterscheidung ansetzt, kann diese Vielzahl in zwei entgegen gesetzte Gruppen gegliedert werden. Dadurch erhalten sowohl die Gruppen als auch die einzelnen Element eine zusätzliche semantische Konturierung.

Vorgehen

Unterscheiden

Eine Unterscheidung bahnt sich häufig durch eine Art intellektuelles Unbehagen im Umgang mit gewissen Begriffen an, das in eine Feststellung der Art mündet: „Das ist doch nicht dasselbe.“ Z.B. könnte man die Begriffe „Unterscheiden“ und „Sortieren“ weitgehend synonym verwenden. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch fest, dass das Unterscheiden der kognitive Akt ist, den man benötigt, um eine gemischte Menge von Elementen zu sortieren.

Will man also eine Unterscheidung vornehmen, benötigt man zunächst einmal zwei Begriffe oder Dinge oder Sachverhalte, die irrtümlich gleichgesetzt oder verwechselt werden könnten. D.h. eine Unterscheidung basiert auf einer Gemeinsamkeit (Bsp.: Die Redewendung, dass man Äpfel und Birnen nicht vergleichen könne, unterschlägt, dass es sich bei beidem um Kernobst handelt). Die Unterscheidung setzt dort an, wo die Gemeinsamkeiten aufhören und Differenzen bemerkbar werden, weil man die zu unterscheidenden Dinge genauer betrachtet.

 

Sortieren

Liegt eine Vielzahl von Gegenständen oder Begriffen vor, muss man zunächst die Leitdifferenz festlegen. Dazu empfiehlt es sich die Elemente kursorisch zu überfliegen. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, die Vielzahl der Elemente vorgängig zu Gruppen zu sortieren, damit sich eine Leitdifferenz deutlicher abzeichnet.

Sobald man eine Leitdifferenz (und sei es bloss provisorisch) bestimmt hat, erstellt man auf jeder Seite der Unterscheidung eine Liste, indem man alle Elemente einer der beiden Seiten zuzuordnen versucht. Dies wird nicht immer ganz zwanglos gelingen und es ist eine Ermessensfrage, wie weit man damit gehen mag. Je nachdem muss man die Leitunterscheidung korrigieren oder gewisse Elemente beiseite lassen. Alternativ kann man auch beginnen, weitere Unterscheidungen einzuführen und dadurch eine komplexere Ordnung herzustellen.

Klassische Leitdifferenzen sind:

  • innen – aussen
  • oben – unten
  • positiv – negativ
  • weiblich – männlich
  • Natur – Kultur
  • real – fiktiv/imaginär

Jede Unterscheidung stellt zugleich eine Verallgemeinerung dar, da Elemente nur hinsichtlich des Unterscheidungsmerkmals betrachtet und alle weiteren Eigenschaften abstrahiert werden.

Konkretes Beispiel

  • Als Kind lernt man zu unterscheiden, was man essen kann und was nicht.

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

In der Regel lassen sich nicht alle Elemente einer ungeordneten Vielzahl in eine Unterscheidung einordnen.

Verknüpft mit

  • Ordnung herstellen
  • Liste erstellen
  • Verallgmeinerung

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Mind Map

Kurzbeschreibung

Mind Mapping ist eine Visualisierungstechnik zur gedanklichen Orientierung und zur Ideenfindung.

Funktionsweise und Leistung

Mind Mapping stellt sachliche Zusammenhänge als grafischen Zusammenhang dar, indem man Begriffe auf einem leeren Blatt Papier so aufschreibt, dass zugleich der grössere Zusammenhang und eine Ordnung der Begriffe ersichtlich wird. Es gibt unterschiedliche mögliche Beziehungen, die man zwischen den Begriffen zur Ordnungsbildung einführen kann. So kann man z.B. von einem zentralen Oberbegriff (Hyperonym) zu mehreren Unterbegriffen (Hyponym) übergehen.

Dient der Strukturierung von sachlichen und gedanklichen Zusammenhängen (Planung, Gliederung etc.).

Vorgehen

Idealerweise geht dem Mind Mapping ein Ideenfindungsprozess wie das Brain Storming voran, denn im ersten Schritt sollte man möglichst viele sachlich relevante Begriffe zusammentragen.

In einem zweiten Schritt wählt man jene Begriffe aus (vgl. relevantes Auswählen), die man für die eigenen Absichten relevant hält, und lässt alles andere weg.

Die Gliederung der Mind Map geht von einem zentralen Hauptbegriff aus und kann sich dann zunehmend in Unterbegriffe verästeln. D.h. zuerst bildet man Hauptäste mit passenden Oberbegriffen und von diesen ausgehend dann Unteräste mit den dazugehörigen Begriffen. Usw.

Konkretes Beispiel

https://www.mindmeister.com/de

Prominente TheoretikerInnen

  • Tony Buzan

Probleme

Die etwas enge top-down Struktur von einem Oberbegriff zu verschiedenen Unterbegriffen ist nicht in der Lage alle sachlichen Zusammenhängen adäquat abzubillden.

Verknüpft mit

  • Freies Assoziieren (Brainstorming)
  • Relevantes Auswählen
  • Grafisch Visualisieren

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Narrativ entwickeln

Kurzbeschreibung

Ein Narrativ ist eine kurze Erzählung, die Sinn und Orientierung stiftet.

Funktionsweise und Leistung

Es handelt sich dabei um eine rhetorische Technik. Das Narrativ stiftet Sinn, Rechtfertigung und Orientierung, indem es zwischen verschiedenen Ereignissen einen sachlich-kausalen und logischen Zusammenhang herstellt, der seinerseits mit Zweckhaftigkeit ausgestattet ist (siehe Teleologie). Häufig ist ein Narrativ emotional aufgeladen und hat daher eine höhere Überzeugungs- und Motivationskraft als eine rein sachliche, rational-empirische Theorie. Deshalb wird das Narrativ auch gerne in Politik und Werbung eingesetzt.

Vorgehen

Ein Narrativ stellt immer eine chronologische Ordnung zwischen verschiedenen relevanten Ereignissen her, die untereinander in kausalen Beziehungen stehen.

Das Ziel des Narrativs besteht darin, die jetzige Situation verständlich zu machen und eine Handlungsorientierung an die Hand zu geben. Das heisst, das Narrativ muss von seinem Ende, dem Ziel, her konstruiert werden.

Ausgangspunkt bildet somit das Ziel des Narrativs. Was will ich damit bei meinen RezipientInnen erklären (und erreichen), welche Orientierung will ich ihnen geben? Davon ausgehend werden jene Ereignisse ausgewählt, die sowohl relevant als auch untereinander konsistent sind.

Konkretes Beispiel

  • Wichtige Narrative sind die so genannten „grossen Erzählungen“: Dazu gehören sowohl religiöse Geschichten (Jesus‘ Menschwerdung Gottes) als auch politische Geschichtsphilosophien (Marxismus, Liberalismus etc.)
  • Schöpfungsmythen dienen der Beantwortung der Frage nach der Entstehung der Welt und des Orts der Menschen in ihr.
  • Platons Höhlengleichnis erläutert, warum die Menschen sich in einem Zustand der Verblendung befinden und nur unter Widerständen daraus zu befreien sind.
  • Donald Trumps Narrativ vom Niedergang der ehemals grossartigen USA (als Folge demokratischer Herrschaft, politischer Korrektheit, ökonomischen Ausverkaufs und unkontrollierter Immigration).
  • Ein klassisches Narrativ autoritärer Regimes: Die Opposition wird aus dem Ausland gesteuert und alle Missstände gehen auf Sabotageakte der Opposition zurück.
  • Narrative kommen alltäglich vor, selbst in so sachlichen Feldern wie der Wissenschaft. Die Geschichtswissenschaft ist fundamental auf das Narrativ angewiesen und es kaum umgehen kann.
  • Die ökonomische Theorie steht vor der Herausforderung zu beantworten, wie der Kapitalismus als jene Wirtschaftsform entstanden ist, in der eine Bevölkerungsgruppe über Kapital und die andere Gruppe nur über ihre Arbeitskraft verfügt. Das Narrativ der liberalen Ökonomie lautet so, dass die Klasse der KapitalistInnen aus den Fleissigen und Sparsamen hervorging, während die Klasse der ArbeiterInnen aus den Faulen und Verschwenderischen hervorging. Durch dieses Narrativ kann die ansonsten ungerechte Kapital- und Machtakkumulation in den Händen von wenigen retrospektiv legitimiert werden. Damit können die historischen Fakten (Privatisierung der Allmende durch den Adel, koloniale Ausbeutung etc.) verschleiert werden.

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Offenkundig ist das Narrativ eine Form des mythischen Denkens und jedes Narrativ transportiert eine Art Ideologie, d.h. es birgt ungeachtet seiner sinnstiftenden Qualitäten die Gefahr, zur Manipulation missbraucht zu werden.

Verknüpft mit

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Verallgemeinern / Aus Erfahrung schliessen (Induktion)
  21. Grundstruktur des (wissenschaftlichen) Erkennens
    1. Informationen Recherchieren
    2. Frage Formulieren
    3. Hypothesen Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falsifizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  22. Von der Erfahrung zur Theorie (Bottom-Up) oder umgekehrt (Top-down)
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

 

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