Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)

Status des Eintrags: ist noch nicht fertig

Kurzbeschreibung

Man kann eine Hypothese (oder deren Begründung) mittels empirischer und logischer Untersuchungen auf ihre Wahrheit hin überprüfen.

Funktionsweise und Leistung

Es ist zwischen einer empirischen und einer logischen Überprüfung einerseits sowie zwischen dem Verifizieren und dem Falsifizieren andererseits unterscheiden. Eine logische Überprüfung untersucht den logischen Zusammenhang (Konsistenz) innerhalb einer Theorie, insbesondere deren Begründungen. Eine empirische Überprüfung konfrontiert die Theorie mit der „Realität“, indem sie Erfahrungsdaten sammelt und deren Verträglichkeit mit der Theorie prüft.

Will man eine Theorie verifizieren, sucht man nach Begründungen und Belegen, die die Hypothese stützen. Eine empirische Theorie lässt sich jedoch grundsätzlich niemals abschliessend verifizieren, da theoretisch immer wieder entgegengesetzte Fälle auftreten können, die die Theorie widerlegen. Trotzdem kann eine Theorie plausibler werden, wenn sie durch eine Vielzahl von belegenden Fällen gestützt wird.

Für den Erkenntnisfortschritt sind jedoch Falsifizierungen (Widerlegungen) von grösserer Bedeutung, denn eine Theorie, die einmal widerlegt wurde, braucht man nicht länger zu verfolgen, was die Perspektive auf eine neue und bessere Hypothese eröffnet.

Die Widerlegung einer empirischen Theorie basiert auf einem deduktiven Schluss und einer Erfahrung, die der allgemeinen Hypothese der Theorie widerspricht (Bsp: „Alle Schwäne sind weiss.“). Denn da eine Theorie immer allgemeinen Gesetzescharakter aufweist, kann sie keine Ausnahmen dulden (ausser sie formuliert die Ausnahmen selber wieder in Gesetzesform). D.h. sobald die empirische Untersuchung einen Fall beobachtet, der dem Gesetz widerspricht („Ein schwarzer Schwan.“), ist die Theorie hinfällig.

Wenn man eine logische Begründung kritisieren möchte, kann man entweder die Wahrheit der Prämissen (Inhalt) oder die Gültigkeit des Arguments (Form) mit eigenen Argumenten angreifen. (Vgl. auch unten „Logische und andere Fehlschlüsse“)

Der Nachweis eines ungültigen Arguments besteht darin, zu zeigen, dass nicht notwendig von der Prämisse auf die Konklusion geschlossen werden kann.

Die Kritik einer Prämisse ist umständlich, da sie auf die interne Konsistenz (Widerspruchsfreiheit) und Kohärenz (logischen Zusammenhang) der kritisierten Position zielen muss: Beispielsweise indem man der zu kritisierenden Gegenposition nachweist, dass sie aufgrund anderer von ihr für wahr gehaltener Auffassungen zumindest eine Prämisse nicht für wahr halten kann, ohne in Widersprüche zu geraten. Dabei muss man häufig implizite Prämissen beiziehen, die bisher gar nicht thematisiert wurden, jedoch aus den genannten ableitbar sind. Am einfachsten ist hier der Nachweis eines missverständlichen und allenfalls sogar widersprüchlichen Gebrauchs von zentralen Begriffen.

Vorgehen

Konkretes Beispiel

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Verknüpft mit

  • logisches Schliessen und Beweisen
  • Gedankenexperiment anstellen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Top-down vs bottom-up Bewegen

Kurzbeschreibung

Wissenschaftliche Erkenntnis bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Theorie und Erfahrung bzw. allgemeinem Begriff und konkreter (Erfahrungs-) Anschauung (Kant) und versucht aufgrund von Erfahrungen möglichst allgemeine theoretische Erkenntnisse zu erlangen.

Funktionsweise und Leistung

Eine (wissenschaftliche) Erkenntnis ist um so nützlicher, je allgemeingültiger sie ist. Eine Erkenntnis über einen einzelnen Apfel bringt weniger als eine über sämtliche Äpfel. Wissenschaftliche Aussagen sollten daher möglichst allgemeine Gesetze darstellen. Diese allgemeinen Gesetze (Hypothesen, Theorien) abstrahieren von den Details, die die anschauliche Erfahrung eines einzelnen Falles (dieses Apfels) aufweist.

Die Rede von top-down und bottom-up basiert auf einer Metapher, die besagt, dass je abstrakter und allgemeiner eine Theorie oder eine Begriff sind, in desto luftigeren Höhen bewegen sie sich (schon die idealen Götter wurden bei den Sternen angesiedelt), und je konkreter und anschaulicher eine Erfahrung, desto näher am Boden (der Realität) befindet sie sich.

Nun ist es so, dass Erkenntnis nur durch das dialektische Zusammenspiel von Theorie und Erfahrung zustande kommen kann. Wissenschaftliche Erkenntnis beansprucht genereller Natur zu sein, d.h. auf der Seite der Theorie, sie beansprucht jedoch Erkenntnis über die Realität zu sein, die nur über Erfahrung zugänglich ist. Das wissenschaftliche Erkennen muss daher sowohl den Weg von  der Erfahrung zur Theorie (bottom-up) wie auch jenen von der Theorie (top-down) beschreiten. Tut es das nicht, läuft es Gefahr unproduktiv zu werden, da Theorien auf Erfahrungsinhalte ebenso angewiesen sind wie sinnliche Erfahrungen auf eine begriffliche Durchdringung. Mit den Worten Kants formuliert: „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

Nun gibt es Verfahren, wie man sich erkenntnisfördernd zwischen den Ebenen nach oben oder nach unten bewegen kann. Dabei kommen die logischen Schlüsse der Deduktion, Abduktion und der Induktion zum Zuge. Die Deduktion erlaubt den top-down-Schluss von einem allgemeinen Gesetz auf einen Einzelfall (Prämisse 1: „Alle Menschen sind sterblich.“ Prämisse 2: „Sokrates ist ein Mensch.“ Konklusion: „Also ist Sokrates sterblich.“). Schwieriger sieht es bei der Frage aus, wie man von einer oder mehreren Erfahrungen auf ein allgemeines Gesetz (eine Hypothese/Theorie) gelangt. Hier gibt es unterschiedliche Ansichten. Lange Zeit glaubte man, dass man dafür bottom-up einen induktiven Schluss ziehen kann (Prämisse 1: „Diese Bohnen sind aus diesem Sack.“ Prämisse 2: „Diese Bohnen sind weiss.“ Konklusion: „Also sind alle Bohnen in diesem Sack weiss.“). Das Problem ist jedoch, dass es sich dabei nicht um einen logisch zwingenden Schluss handelt. Peirce vertrat daher die Auffassung, dass man zunächst einmal auf die Idee eines möglichen allgemeinen Gesetzes kommen muss und dass dafür so etwas wie ein kreatives Raten nötig ist. Der entsprechende Schluss heisst Abduktion (Prämisse 1 entspricht dem Gesetz: „Alle Bohnen in diesem Sack sind weiss.“ Prämisse 2: „Diese Bohnen sind weiss.“ Konklusion: „Also sind diese Bohnen aus diesem Sack.“)

Popper sieht die Möglichkeit logisch zwingende Schlüsse von der Erfahrung zur Theorie darin, dass man ein Gesetz deduktiv durch eine ihm widersprechende Erfahrung widerlegen kann (Prämisse 2: „Alle Bohnen in diesem Sack sind weiss.“ Prämisse 2 aus der Erfahrung: „Diese Bohne aus dem Sack ist lila.“ Konklusion: „Also sind nicht alle Bohnen in dem Sack weiss.“)

Vorgehen

Zunächst ist zu bestimmen, ob man „oben“ bei der Theorie oder „unten“ bei der Erfahrung beginnt. Das hängt davon ab, ob man schon eine konkrete Fragestellung und eine Hypothese hat oder erst ein allgemeines Erkenntnisinteresse. Sobald ich eine Fragestellung habe, befinde ich mich „oben“ im Bereich allgemeiner Theoriebildung. Wenn ich jedoch erst ein diffuses Erkenntnisinteresse oder ein noch nicht näher definiertes Problem habe, kann es sinnvoll sein, sich zunächst ein wenig mit konkreter Erfahrung, d.h. mit zur Thematik gehörigen Beispielen und Einzelfällen zu beschäftigen, um dadurch abduktiv auf Ideen oder sogar Hypothesen zu kommen.

In der Regel verläuft der Forschungsprozess im engeren Sinne dann top-down. D.h. ich überprüfe meine allgemeine Hypothese, indem ich konkrete Einzelfälle untersuche. Dabei kann es vorkommen, dass ich jedoch mehrfach zwischen Theorie und Erfahrung hin und her wechseln muss, beispielsweise um die angemessene Methode auszuwählen.

Konkretes Beispiel

Das hermeneutische Verstehen ist ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden Bewegungen.

Die Platonische Dialektik ist ein Hin und Her des allmählichen Voranschreitens vom konkreten Einzelfall hin zur allgemeinen Idee.

Prominente TheoretikerInnen

  • Platon
  • Karl Popper
  • Charles Sanders Peirce
  • Immanuel Kant
  • David Hume

Probleme

Verknüpft mit

  • Wissenschaftliches Erkennen
  • Hermeneutisches Verstehen
  • Logisches Schliessen und Beweisen
  • Überprüfen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Methode Auswählen

Kurzbeschreibung

Eine Methode ist ein Verfahren, mit dem man einen Sachverhalt untersucht und zu neuen Erkenntnissen über den Sachverhalt gelangt.

Funktionsweise und Leistung

Eine Methode dient dazu, neue Erkenntnisse über einen Gegenstandsbereich zu gewinnen. Es ist von grosser Bedeutung, dass man die richtige Methode wählt. Die Methode muss in der Lage sein, ein Ergebnis zu produzieren, das der Überprüfung meiner Hypothese überhaupt dient. Die richtige Methode ist jene, die einerseits in der Lage ist relevante Erkenntnisse für meine Frage zu liefern und andererseits meinem Gegenstandsbereich gerecht wird. Unterschiedliche Fragen und unterschiedliche Gegenstandsbereiche erfordern unterschiedliche Vorgehensweisen. Während man in der Physik in der Regel mit Laborexperimenten arbeiten kann, ist man in der Geschischtwissenschaft auf die Untersuchung von historischen Quellen angewiesen. Will man einen Text untersuchen, muss man ihn hermeneutisch interpretieren, will man eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe besser kennen lernen, muss man eine Feldstudie vornehmen.

Vorgehen

Grob können wir die unterschiedlichen Methoden in Recherche, qualitative und quantitative Methoden unterscheiden.

Die Recherche steht meist zu Beginn eines Forschungsvorhabens. Man liest sich in den bestehenden Stand des Wissens zu einem bestimmten Thema ein.

Quantitative Methoden haben den Vorteil, dass man mit ihnen grosse Samples (Stichproben) untersuchen und deren Daten mit Computern leicht verarbeiten kann. Je nachdem lassen sie auch genauere und komplexere Analysen der Daten zu. Quantitative Methoden stellen möglichst  reproduzierbare Laborversuche an und messen mit Maschinen quantitativen Werte. Statistische Methoden versuchen in der Regel Erkenntnisse dadurch zu gewinnen, dass man signifikante Korrelationen zwischen gemessenen Variabeln sucht.

Qualitative Methoden (z.B. Interviews, Textinterpretation) können nur kleine Samples verarbeiten, da ihre „Messergebnisse“ nicht formalisiert und quantifiziert sondern inhaltlich komplex sind und einer aufwändigen Interpretation bedürfen.

Konkretes Beispiel

  • Laborversuche in den „harten“ Wissenschaften, um eine Hypothese zu überprüfen.
  • Befragungen mit Fragebogen mit ausgewählten Fragen
  • Interviews mit offenem Verlauf
  • hermeneutisches Verstehen von Texten, Kunstwerken und Quellen

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Die Wahl der richtigen Methode setzt eine Kenntnis möglicher Methoden und somit auch Forschungserfahrung voraus, ansonsten läuft man Gefahr unbrauchbare Forschungsergebnisse zu produzieren.

Verknüpft mit

  • Hypothese
  • Wissenschaftliches Erkennen
  • Hermeneutisches Verstehen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Hypothese aufstellen

Kurzbeschreibung

Eine Hypothese (hier synonym mit „These“) ist eine mögliche Antwort auf eine gegebene Fragestellung.

Funktionsweise und Leistung

Es handelt sich dabei eine Vermutung oder einer Behauptung, die auf eine Frage zu antworten versucht und die im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung begründet und überprüft werden soll.

Die gegebene Fragestellung schränkt das Spektrum an möglichen Thesen schon ein, unter Umständen so sehr, dass ohnehin nur einige wenige Antworten zur Auswahl stehen, im radikalen Fall zwei Optionen: Ja oder Nein. Die Frage nach der Existenz Gottes wäre ein Beispiel hierfür. In anderen Fällen lässt die Fragestellung auch einen Spielraum für neue und unerwartete Antworten. Beispielsweise wenn ich danach frage, worin der Sinn des Lebens bestehen mag.

Eine gute These weist einen gewissen Neuigkeitsgehalt auf und ist eher umstritten. Eine Hypothese im engeren Sinn behauptet einen sachlichen Zusammenhang zwischen zwei unterschiedlichen Sachverhalten (Z.B.: „Wer zum Frühstück Bier trinkt, ist bei ArbeitskollegInnen besonders beliebt.“)

Vorgehen

Wie findet man nun eine passende These bzw. wie wählt man eine aus?

Eine These muss den Anforderungen der Fragestellung genügen. Um eine These zu entwickeln, muss man sich an den Gegebenheiten der Fragestellung orientieren. Das heisst, sofern man die Fragestellung nicht selber kritisieren will, hat man die darin enthaltenen Prämissen und begrifflichen Bedeutungen zu respektieren, ebenso die Anforderungen an eine zu leistende Antwort. Das bedeutet auch, dass man sich zunächst einmal den in der Fragestellung vorausgesetzten Kenntnisstand aneignen muss. Wenn ich die Frage entscheiden will, ob Elektronen Wellen oder Teilchen sind, muss ich wissen, was mit diesen Begriffen in der Physik gemeint ist.

Bei dieser Wahl ist man auf ein gründliches Vorwissen in der fraglichen Materie angewiesen, das einem erlaubt grössere systematische Zusammenhänge quasi intuitiv zu überschauen und einzuschätzen. (Einstein kam nicht zufälligerweise auf die Relativitätstheorie, er hatte fundiertes physikalisches Wissen. Eine Historikerin wäre nicht in der Lage gewesen, dieselbe These aufzustellen.) Es ist dasselbe implizite Vorwissen, das wir benötigen, um die Fragestellung überhaupt zu formulieren und zu verstehen. Anhand dieses „Vorbegriffs“ sind wir in der Lage, zumindest eine Einschätzung vorzunehmen, welche Thesen am plausibelsten sein können. Doch bei dieser Einschätzung handelt es sich nicht um das Resultat eines logischen Schlusses, sondern um etwas viel Ungewisseres, eine blosse Vermutung, wenig mehr als ein Raten. Hier können Ihnen die schon bekannten Inspirationstechniken behilflich sein.

Konkretes Beispiel

Wissenschaftlichen Untersuchungen gehen immer von Hypothesen aus. Insofern als Thesen schlichtweg Vermutungen und in einem noch weiteren Sinne einfach Versuche sind eine Lösung für ein Problem zu finden, kann man jedoch auch so alltägliche Dinge wie ein gestalterischer Entwurf oder das Ausprobieren eines Gerichts in einem Restaurant als Hypothese lesen („Ich glaube, mir könnten diese asiatischen Nudeln schmecken.“)

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

 –

Verknüpft mit

  • Frage Stellen
  • Wissenschaftliches Erkennen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Wissenschaftliches Erkennen

Kurzbeschreibung

Der wissenschaftliche Erkenntnisprozess stellt die elementare Struktur einer mehrstufigen rationalen Problemlösung dar.

Funktionsweise und Leistung

Dient der rationalen Lösung eines Problems oder Beantwortung einer Fragestellung. Dabei kommen sowohl rationale Argumentation als auch empirische Beobachtung zum Zug.

Vorgehen

Der Prozess gliedert sich in die folgenden Schritte (die jeweils einzeln als Techniken beschrieben werden):

  1. Ein Problem feststellen, analysieren und ein daraus hervor gehendes Erkenntnisinteresse festhalten
  2. eine Fragestellung formulieren (ausgehend von einem zu bewältigenden Problem).
  3. Hypothese bilden (potentielle Antwort auf die Fragestellung)
    1. Überprüfung auf logische Stimmigkeit (Kohärenz zur Frage und innere Konsistenz).
    2. Plausibilisierung der Hypothese, indem man sie argumentativ zu begründen versucht.
  4. methodisches Überprüfen der Hypothese:
    1. Auswählen der Methode: Die Methode muss in der Lage sein, ein Ergebnis zu produzieren, das der Überprüfung überhaupt dient. Dazu muss sie dem Gegenstandsbereich angemessen sein. (Wenn ich die Ursachen dafür erkennen will, warum es an einer Kreuzung immer wieder zu Unfällen kommt, bringt es wahrscheinlich nichts, wenn ich die Anzahl Autos von deutschen Herstellern mit jener japanischer Hersteller zu vergleichen beginne.) Ein Verfahren, das nicht zur Widerlegung der These führen kann, ist untauglich (ausser bei normativen und metaphysischen Fragen)
    2. Konstruktion einer (experimentellen) Überprüfungssituation, die methodisch saubere Beobachtungsdaten liefern kann.
    3. Empirische Überprüfung anhand von (experimentellen) Beobachtungsdaten.
      1. Suche nach bestätigenden Belegen (Verifikation). Bestätigende Belege können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Hypothese wahr ist, sie können die Hypothese jedoch nicht endgültig beweisen.
      2. Suche nach widerlegenden Belegen (Falsifikation). Da eine Hypothese Allgemeingültigkeit beansprucht, kann sie mit einem einzigen Gegenbeispiel endgültig widerlegt werden. EinE redlicheR ForscherIn wird daher zumindest immer auch versuchen, eine Überprüfungssituation zu konstruieren, um die eigene Theorie zu widerlegen.
    4. Auswertung der Ergebnisse: Schlussfolgerungen aus den beobachteten Ergebnissen hinsichtlich der Geltung der Hypothese.
  5. allfällige Revision der Hypothese und erneutes Durchspielen des Überprüfungsvorgangs.

Der Prozess ist in seiner Struktur so elementar, dass wir ihn täglich unbewusst anwenden. Will man ihn jedoch systematisch anwenden, ist er gewöhnungsbedürftig. Das hat damit zu tun, dass die meisten Menschen sich zu wenig bewusst sind, wie wichtig die ersten Schritte und bis zu den methodischen Vorabklärungen sind. Ein Erkenntnisprozess kann schon alleine aufgrund einer falsch gestellten Frage, einer nicht stimmigen Hypothese oder einer nicht passenden Methode scheitern. Daher erfordert eine systematische Untersuchung eine hohe rationale und methodische Strenge.

Man beachte: Bestätigende Belege können allenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Hypothese wahr ist, sie können sie jedoch niemals endgültig bestätigen, da uns neue Erfahrungen eines Besseren belehren können. Umgekehrt genügt eine einzige Beobachtung, die der Hypothese widerspricht, und die Hypothese muss als widerlegt betrachtet werden („Falsifikationismus“). Eine Hypothese, die sich über längere Zeit gehalten hat und noch nicht widerlegt wurde, hat sich „bewährt“.

Konkretes Beispiel

  1. Frage: Sind die Spaghetti schon gar?
  2. Hypothese: Ich glaube, dass sie schon gar sind.
  3. Überprüfung: Ich weiss, dass Spaghetti, die gar sind, an den Küchenkacheln kleben bleiben. Ich kann also prüfen, ob sie schon gar sind, indem ich sie an die Küchenkacheln werfe (Methode). Ich habe alle Spaghetti gleichzeitig ins Wasser getan. Die eine Spaghetti, die ich aus dem Wasser genommen und an die Küchenkachel geworfen habe, bleibt dort kleben. Also sind die Spaghetti höchstwahrscheinlich gar.
  4. Die Hypothese hat sich bewährt.

Das Beispiel illustriert schön, dass der Überprüfungsprozess immer logische Schlussfolgerungen beinhaltet. Die obige Konklusion ist jedoch nicht logisch zwingend. Es könnte andere Gründe für das Klebenbleiben geben und die anderen Spaghetti könnten auch schon verkocht oder noch nicht gar sein.

Prominente TheoretikerInnen

  • Karl Popper

Probleme

Ist in seiner Ausführlichkeit mehr als eine Technik, sondern das wissenschaftliche Verfahren in als solches. Daher sehr aufwändig, will man es sorgfältig sachgerecht ausführen. Birgt eine Reihe von möglichen Fehlern.

Verknüpft mit

  • Eine Frage stellen
  • Eine Hypothese bilden
  • Eine Methode auswählen
  • Überprüfen einer Hypothese

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Zusammenfassen

Kurzbeschreibung

Eine Zusammenfassung gibt den sachlichen Gehalt eines längeren Textes oder Prozesses in verdichteter und gekürzter Form wieder.

Funktionsweise und Leistung

Wenn man einen längeren Text oder Prozess zusammen fasst, ist man gezwungen Relevantes auszuwählen, Unterschiedliches zu verallgemeinern, etwas mit eigenen Worten zu paraphrasieren und Ausführliches zu verdichten. Zusammenfassungen können daher dazu dienen, jemandem einen Überblick in die Materie zu verschaffen. Eine unterschätzte Leistung von Zusammenfassungen besteht jedoch darin, dass sie einen dazu zwingen, sich ein vertieftes Verständnis eines Zusammenhangs anzueignen, da sie eine Interpretation darstellen. Ausserdem erfordern Zusammenfassungen eine Ordnungsleistung.

Vorgehen

Am Beispiel eines längeren Textes:

In einem ersten Schritt empfiehlt es sich, das Relevante auszuwählen, indem man wichtige Stellen mit farblichen Markierungen kodiert.

Als kann man eine inhaltliche Gliederung in grössere inhaltliche Einheiten vornehmen. In der Regel kann man sich dabei an die bestehenden Gliederungen eines Textes (Kapitel, Absätze etc.) halten. Möglicherweise ergeben sich jedoch leichte Verschiebungen oder Weglassungen.

Je nach Umfang der Gliederungseinheiten bietet es sich dann an, für jede Einheit einen aussagekräftigen Titel zu setzen.

Dann fasst man den Inhalt der einzelnen Gliederungseinheiten nacheinander zusammen. In der Regel wählt man dafür eigene Worte, Stellenweise können jedoch Zitate durchaus angebracht sein. Ob man die Zwischentitel beibehält oder in den Fliesstext integriert, ist Ermessenssache.

Zu guter Letzt liest man den Text als Ganzes durch und überprüft ihn auf inhaltliche Brüche und Lücken, sowie auf angemessene Wiedergabe des Originaltextes. Wo nötig, bessert man nach.

Konkretes Beispiel

  • Zusammenfassungen
  • Sitzungsprotokolle

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Verknüpft mit

  • relevantes Auswählen
  • Paraphrasieren
  • hermeneutisches Verstehen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Gedankenexperiment anstellen

Kurzbeschreibung

Das Gedankenexperiment ist eine typisch philosophische Technik und dient dazu eine Hypothese auf ihre Haltbarkeit hin zu prüfen, indem man sich eine bestimmte Situation oder ein Ereignis nur geistig ausmalt.

Funktionsweise und Leistung

Der wissenschaftliche Erkenntnis sieht vor, dass eine Hypothese überprüft werden muss. Empirische Hypothesen müssen durch experimentelle Erfahrungsbeobachtungen überprüft werden (> Verifikation und Falsifikation). Es gibt jedoch auch Hypothesen, die durch Erfahrungsexperimente nicht oder kaum überprüft werden können (z.B. Aussagen wie „Die neuste Generation der Smartphones weist Bewusstsein auf.“ oder „Kernkraft ist sicher.“) In diesem Fall kann man auf das Gedankenexperiment zurückgreifen. Es wird zwar in der Regel keine so entscheidenden Schlussfolgerungen wie eine empirische Falsifikation ermöglichen, jedoch kann ein Gedankenexperiment Schwachstellen und bisher Unberücksichtigtes in einer Hypothese deutlich machen. Das Gedankenexperiment besteht darin, eine Situation oder ein Ereignis so zu konstruieren, dass es grundsätzlich möglich sein könnte und dass es neue Einsichten über die Hypothese bzw. die Frage liefert, auf die die Hypothese antwortet.

Vorgehen

Von der Anlage her kann ein Gedankenexperiment offen konzipiert werden, damit grundsätzlich ein besseres Verständnis eines Sachverhalts erzielt wird, oder es kann der Absicht dienen, etwas zu zeigen oder in einem schwachen Sinne zu beweisen. Im letzteren Fall kann es sich sowohl um die Verifikation als auch um die Falsifikation einer Hypothese handeln.

Die sprachliche Form des Gedankenexperiments lautet daher „Was wäre (Y), wenn X der Fall wäre?“ oder „Angenommen, X wäre der Fall, was wäre dann (Y)?“

Das offen konzipierte Gedankenexperiment gleicht dem spielerischen Versuch, dem Ausprobieren. Dabei geht es darum, unterschiedliche Bedingungen X hypothetisch einzusetzen und sich zu überlegen, welche möglichen Konsequenzen Y dies nach sich ziehen könnte. Indem man eine Reihe leichter Modifikationen an X vornimmt („Angenommen, Smartphones hätten Bewusstsein…“, „Angenommen, Smartphones könnten Schmerz und Freude empfinden…“, „Angenommen, Smartphones hätten ein Erinerungsvermögen…“) und dadurch die Versuchsanlage jeweils variiert, ergibt sich ein zunehmend vertieftes Verständnis des fraglichen Sachverhalts.

Falls man mit dem Gedankenexperiment etwas Bestimmtes zeigen möchte, übersetzt man den zu beweisenden Sachverhalt („AKWs sind gefährlich.“) in die Folge Y der hypothetischen Bedingung X. Wenn ich zeigen möchte, dass die Risiken der Kernkraftwerk in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen, setze ich diese Risiken als Folge Y ein (Z.B. „Ein Super-GAU in Mühleberg würde den Lebensraum von über einer Million Menschen auf lange Zeit zerstören und die Gesundheit Hunderttausender direkt schädigen.“). Davon ausgehend konstruiere ich mögliche Szenario mit den Bedingungen X, unter denen das Eintreten von Y plausibel erscheint („Ein gezielt auf das Kraftwerk stürzendes Flugzeug würde die Schutzummantelung zerstören und unkontrollierte nukleare Prozesse in Gang setzen, die den Super-GAU.“). Damit habe ich den Nachweis erbracht.

Konkretes Beispiel

  • Platon: Der „Ring des Gyges“ ist in der Lage seineN TrägerIn unsichtbar zu machen. Damit lässt sich die These überprüfen, ob Menschen auch moralisch wären, wenn sie nicht fürchten müssten, bei ihrem Tun beobachtet und zu einem späteren Zeitpunkt zur Rechenschaft gezogen zu werden.
  • Rawls: Der „Schleier des Nichtwissens“ ist ein Gedankenexperiment, das dem Zweck dient die beste mögliche (oder zumindest die am wenigsten schlechte) Staatsform zu konzipieren, indem es mich zwingt, davon auszugehen, dass ich noch nicht weiss, welche Position ich in einem hypothetischen Staatswesen tatsächlich haben würde.

Prominente TheoretikerInnen

Probleme

Gedankenexperimente können fehlerhaft konstruiert sein, z.B. indem sie auf falschen Prämissen aufbauen.

Verknüpft mit

  • Überprüfen
  • Argumentieren
  • Verifizieren / Falsifizieren

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

Weiterlesen

Objektivieren

Kurzbeschreibung

Objektivieren bedeutet, in einer Darstellung eine „nichtsubjektive Perspektive“ einzunehmen.

Funktionsweise und Leistung

Das wissenschaftliche Ideal „wahrer“ und allgemeingültiger Erkenntnis sieht vor, die Dinge so, wie sie tatsächlich sind, d.h. sachlich und unbeeinträchtigt von subjektiven Verzerrungen (durch Interessen, Wahrnehmungsdefizite etc.) zu erkennen. Dazu bedarf es eines objektiven Blicks „von nirgendwo“ auf das zu erkennende Ganze als solches. Da Menschen dazu nicht in der Lage sind, können sie sich nur um eine Annäherung an dieses Ideal bemühen. Für diese Annäherung gibt es Techniken der Intersubjektivierung, bei der man von subjektiven Erkenntnisanteilen zu abstrahieren versucht. Ausserdem gibt es eine lange Tradition, die den Standpunkt vertritt, das wir sogar Zugang zur echten Objektivität haben, da wir über Vernunft verfügen. Die AnhängerInnen dieser Auffassung betrachten die Verfahren und Gesetze der Vernunft (Logik und Mathematik) als objektiv.

Eine sachliche und objektive Erkenntnis hat pragmatische Vorteile: Erstens kann damit eine intersubjektive Verständigung (Konsens) erreicht werden und zweitens wird aufgrund prognostischer Genauigkeit eine erfolgreiche Interaktion mit der Welt möglich.

Vorgehen

Um Intersubjektivität zu Erlangen kann man verschiedene subjektive Perspektiven einnehmen und diese anschliessend miteinander vergleichen. Durch den Vergleich wird man Abweichungen feststellen können. Dort, wo man keine Abweichungen feststellt, kann man intersubjektive Gemeinsamkeiten beobachten, die Annäherungen an die allgemeingültige Objektivität bedeuteten. Allenfalls kann man auch verschiedene Perspektiven miteinander zu vermitteln versuchen, indem Zwischenpositionen einnimmt. Damit die Intersubjektivität möglichst hoch ausfällt, empfiehlt es sich möglichst unterschiedliche und vielzählige subjektive Perspektiven zu berücksichtigen.

Zielt man auf objektive Erkenntnis ab, kann man rationale Methoden anzuwenden: mathematisches und logisches Schliessen und Beweisen. Dabei geht man davon aus, dass die logischen Gesetze allgemeine Gültigkeit beanspruchen und sich kein erkenntnisfähiges Subjekt ihrer Geltung entziehen kann. Erbringt man also einen mathematischen oder logischen Beweis, geht man davon aus, dass dieser alle erkenntnisfähigen Subjekte zur selben objektiven Erkenntnis zwingt. Daher rührt der Begründungsanspruch in den modernen Wissenschaften: Wer mit einer neuen Theorie reussieren will, muss zeigen, warum deren objektive Wahrheit für alle gilt bzw. von allen nachvollzogen werden kann.

Davon ausgehend kann man auch Methoden und Instrumente entwickeln, mit denen verschiedene Subjekte einen Gegenstand untersuchen und dabei zu denselben Ergebnissen kommen können, indem ihre Subjektivität aus dem Untersuchungsprozess eliminiert wird (vgl. Beispiel unten). Formale und quantitative Methoden lassen sich beispielsweise sehr gut mathematisch verarbeiten.

Eine schwache Form von intersubjektiver Nachvollziehbarkeit besteht darin, einen (Erkenntnis-) Prozess schlichtweg zu dokumentieren.

Konkretes Beispiel

  • In der Wissenschaft versucht man mit quantitativen Messinstrumenten und Methoden Objektivität zu erzielen, die ihre Ergebnisse unabhängig von dem Subjekt produzieren, das sie bedient.
  • In einem politischen Entscheidungsprozess versucht man grundsätzlich seine persönliche Meinung nicht bloss als solche zu äussern, sondern auch sie mit nachvollziehbaren Argumenten zu begründen.

Prominente TheoretikerInnen

  • Thomas Nagel

Probleme

Es handelt sich hier um Konzepte, die philosophisch teilweise unterschiedliche Bedeutungen tragen und nach wie vor umstritten sind.

Verknüpft mit

  • Logik
  • Begründen
  • Perspektive wechseln

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Perspektive bzw. Standort wechseln

Kurzbeschreibung

Ein Perspektivenwechsel ermöglicht es, einen Sachverhalt auf jeden Fall anders und im Idealfall objektiv wahrzunehmen.

Funktionsweise und Leistung

Erkennen setzt immer ein distanziertes Wahrnehmungsverhältnis von Subjekt und Objekt voraus. Je nachdem, welches Subjekt man selber ist bzw. wessen Perspektive und Standort ich einnehme, verändert sich auch die Wahrnehmung des Gegenstandes. Das kann von Vorteil sein, wenn man in einem geistigen Prozess feststeckt oder wenn man sich nicht auf eine gemeinsame Sicht der Dinge verständigen kann. Der Perspektivwechsel erlaubt neue, bisher verschlossene Einsichten.

Der Perspektivenbegriff ist eng an jenen der Subjektivität gekoppelt. Die Perspektive ist immer jene eines Subjektes und seiner Limitationen und Interessen. Daher heisst Perspektivenwechsel, dass man die eigene beschränkte Wahrnehmung durch jene eines anderen Subjekts ersetzt. Es gibt daneben jedoch auch die etwas paradox anmutende Idee, die Perspektive eines Subjektes durch eine „nichtsubjektive Perspektive“ zu ersetzen. Das ist das normative wissenschaftliche Ideal eines objektiven Blicks „von nirgendwo“ auf das Ganze als solches.

Vorgehen

Das Subjekt verändert seine Position und begibt sich in eine andere Position bzw. die Position eineR anderen. Das kann mit kleineren Veränderungen an den Stellschrauben des eigenen Standorts beginnen. Bei Konflikten empfiehlt sich die Übernahme der antagonistischen Gegenposition und deren Perspektive. Gegenpositionen sind häufig durch klassische Gegensätze gekennzeichnet:

  • nah – distanziert
  • oben – unten
  • innen – aussen
  • männlich – weiblich
  • arm – reich
  • jung – alt
  • Zentrum – Peripherie
  • etc.

Durch den Austausch der Perspektiven wird es unter Umständen möglich so etwas wie eine „intersubjektive“ Perspektive zu erlangen.

Will man eine „objektive“ Perspektive einnehmen, wird man noch einen Schritt weiter gehen müssen, indem man von den eigenen Subjektivität zu abstrahieren versucht, d.h. v.a. all jene Faktoren wegzulassen, die sich durch den Perspektivwechsel ändern.

Konkretes Beispiel

Um Fragen der Geschlechterdebatte voranzubringen, versuche ich mich als Frau in die Rolle eines Mannes zu versetzen.

Prominente TheoretikerInnen

  • Friedrich Nietzsche
  • Thomas Nagel
  • u.v.m.

Probleme

Es ist schwierig aus der eigenen Haut zu schlüpfen…

Verknüpft mit

  • Objektivieren

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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Gestalt finden

Kurzbeschreibung

Eine Gestalt ist ein sinnhaltiger ganzheitlicher Zusammenhang, der mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.

Funktionsweise und Leistung

Eine „Gestalt“ ist ein ganzheitlicher Zusammenhang, der sich vor einem unstrukturierten Hintergrund aus einer Vielzahl von Elementen (z.B. einem akustischen Rauschen) als geordnete und sinnhaltige Einheit (z.B. als Melodie) abzeichnet (vgl. Grafik unten). Wie beim Erfinden schillert die gefundene Gestalt zwischen subjektiver Projektion und objektivem Gegebensein. Der Sinngehalt einer Gestalt ist höher als die Summe der aus ihr zusammengesetzten Einzelteile. Es handelt sich dabei um ein Emergenzphänomen, da die Gestalt nicht auf ihre Einzelteile zurückgeführt werden kann. Das Finden einer Gestalt kommt dem Verstehen eines Sachverhalts gleich, es setzt einen Mehrwert an Erkenntnis frei.

Vorgehen

Das Finden einer Gestalt ist ein schöpferischer Akt und kann daher nur schlecht operationalisiert werden. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass beispielsweise das Einnehmen von Distanz oder das Verändern der Perspektive dabei behilflich sein kann, eine Gestalt wahrzunehmen. Wichtig scheint dabei zu sein, dass man das Ganze in den (Über-) Blick zu bekommen versucht.

Wie bei allen kreativen Techniken empfiehlt es sich mehrere Versuche anzustellen, seien dies nun Interpretationshypothesen oder Designentwürfe.

Konkretes Beispiel

  • eine Melodie
  • die Konturen einer geometrischen Figur

Gestaltpsychologie: Hund

Prominente TheoretikerInnen

  • Aristoteles
  • von Ehrenfels

Probleme

Schwierig zu operationalisieren.

Verknüpft mit

  • Verstehen (hermeneutisches)
  • Holismus
  • Ordnung herstellen

 

Übersicht über die Techniken

Vom Einfachen zum Komplexen

  1. Freies Assoziieren (Brainstorming)
  2. Mind Map
  3. Relevantes Auswählen
  4. Unterscheiden und Sortieren
  5. Relevantes Auswählen
  6. Definieren
  7. Grafisch Visualisieren
  8. Gestalt Finden
  9. Perspektive bzw. Standort Wechseln
  10. Objektivieren
  11. Zusammenfassen
  12. Paraphrasieren
  13. Beispiel Geben
  14. Metapher Bilden
  15. Narrativ Entwickeln
  16. Implizites explizit Machen
  17. Dogmen und Prämissen hinterfragen
  18. Ordnung Herstellen
  19. Logisches Schliessen und Beweisen
  20. Wissenschaftliches Erkennen
    1. Recherchieren
    2. Frage Stellen
    3. Hypothese Aufstellen
    4. Methode Auswählen
    5. Überprüfen (Verifizieren/Falisfizieren)
    6. Gedankenexperiment Anstellen
  21. Von Erfahrung zur Theorie und umgekehrt
  22. Top-down vs bottom-up Bewegen
  23. Hermeneutisches Verstehen

 

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